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Ein Klavier in jedes Haus

Schön ist es, wenn mein Sohn sich alleine beschäftigt. Es gibt mir das Gefühl, dass er seine eigenen Interessen verfolgt, seine individuellen Fähigkeiten verbessert und sich Schritt für Schritt zu einer starken Persönlichkeit entwickelt. Gerade sitzt er auf dem Sofa, ich habe seinen Namen zum dritten Mal gerufen, aber irgendwie scheint er mich nicht zu hören. Was macht er denn da? Ich beobachte Ihn und sehe, wie er versunken in einer virtuellen Welt auf unserem Tablet klickt und wischt. Viele Emotionen erkenne ich nicht, mehr Reaktion als Aktion und vor allem keine Kreativität. Die digitale Technik hat einen Sog entfacht, der mir für diesen Moment den Zugang zu meinem Sohn und seiner Welt verwehrt.

So hatte ich mir seine Entwicklung eigentlich nicht vorgestellt. Viel besser fände ich es wenn er malt, bastelt, draußen spielt oder vielleicht ein Musikinstrument lernt, um sich in einer interaktiven Welt mit realen Lebenszusammenhängen auszutoben und grundlegende Kompetenzen zu erlernen. 

Letztes Jahr  haben wir Ihn also in der Musikschule angemeldet. Marimba wollte er gerne lernen und das Percussion Ensemble der hiesigen Musikschule, bot den idealen Einstieg. Die ersten sechs Monate musizieren haben Ihm großen Spaß gemacht, eine gewisse Begeisterung war zu erkennen und die Interaktion mit anderen Musikern war toll. Doch schon nach einem Jahr und vielen Diskussionen über das Üben war klar, dass sein Musikunterricht in diesen Sommer zu Ende geht. Schade eigentlich, denn er hat Talent und so freut es mich umso mehr, dass er die Musik nicht ganz aus den Augen verloren hat.

Eine entscheidende Rolle hierbei spielt ein kleines Digitalpiano, welches schon einige Jahre bei uns zu Hause steht. Vor nicht allzu langer Zeit hat mein Sohn sein eigens Lied an diesem  Piano komponiert, im Fünftonraum, das kannte er noch vom Marimba Unterricht. Mittlerweile setzt er sich immer öfter hin, klimpert, spielt Akkorde und dazu eine Melodie – aus Eigenmotivation und weil er die Möglichkeit dazu hat. Manchmal sind es nur fünf Minuten, oft aber auch eine längere Zeit, die er dann am Piano und nicht unter dem Einfluss blinkender Pixel verbringt. Es lohnt sich seinen Kindern Musik anzubieten und wer die Möglichkeiten hat sich ein Klavier oder ein Digitalpiano ins Haus zu stellen sollte diese auch nutzen. Teuer sind gute Instrumente heute nicht mehr und besonders das Klavier, dieses wunderbare Instrument verleitet Kinder die Musik für sich zu entdecken, Spaß zu haben und zu experimentieren.

Mit der richtigen Smartphone App zum erlernen beliebter Lieder lässt sich dann vielleicht sogar noch die virtuelle Realität mit der realen Kunst verbinden, allerdings niemals ein aktiver und anregender Musiklehrer ersetzten. P.P.

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