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MP11SE - erste Erfahrungen
#1
Hallo zusammen,

nachdem ich nun seit ca. 2 Wochen einen MP11SE besitze, möchte ich hier mein ersten Eindrücke
und Erfahrungen schildern, welche durchaus in manchen Bereichen gemischt ausfallen, was aber
natürlich auch der erst kurzen Einarbeitungszeit geschuldet sein kann.

o Klang

- Nach dem Auspacken hatte ich den MP11SE zum ersten Test mal schnell an die HIFI Anlage angeschlossen,
totale Enttäuschung: undifferenzierter Klang, dünn, schwammig. Anschließend habe ich die gespielten Noten
über den internen Recorder aufgenommen, nach WAV konvertiert und auf der gleichen HIFI Anlage abgespielt:
ein komplett anderes Klangempfinden, so hatte ich mir das vorgestellt, an der Klangerzeugung kann es also
schon nicht liegen. Meine Vermutung ging dann in Richtung zu geringer Ausgangspegel des line out.
Dies bestätigte sich auch, nachdem ich den MP11SE an mein Mischpult angeschlossen habe und weit über die
unity Stellung hinaus drehen mußte, um auf vernünftige Ausgangspegel zu kommen.


o Bespielbarkeit

- Die angebotenen Abstufungen der Tastatur Touch Curve sind m.E. viel zu grob und liegen zu weit auseinander.
Schon eine Stufe Abweichung von Normal (Heavy bzw. Light) beeinflußt den Klang schon überproportional.
Von zwei Stufen (Heavy+ bzw. Light+) ganz zu schweigen.
Aber man kann sich ja eine user touch courve anlegen, muß ich aber erst noch testen.

- die interne Verrechnung von touch curve und Dynamik ist undurchsichtig und schwer gezielt einsetzbar.
Lieber von touch normal auf touch light wechseln und die Dynamik auf 10 lassen, oder besser den touch
auf normal lassen und die Dynamik auf 9 reduzieren?
Selbst diese kleinstmöglichen Änderungen in der Einstellung beeinflussen schon viel zu stark, sodaß
z.B. die anderen Dynamikwerte (8 .. 0) erst gar nicht in Betracht kommen.

- Am meisten stört mich, daß Änderungen an touch/Dynamik einen Einfluß auf den Frequenzgang zu haben scheinen, wo
sie doch eigentlich ausschließlich den fortissimo Klang beeinflussen sollten. (der virtual technician steht hierbei
auf den default Werten, auch ist keinerlei EQ im Spiel)
Man dreht sich hier ständig im Kreis und kommt - bis jetzt zumindest - noch zu keinem befriedigenden Ergebnis.

- die bereits erwähnte zu grobe Abstufung trifft m.E. auch auf den virtual technician bei den voicing Parametern zu,
aber auch hier gibts ja die Möglichkeit der user voicings, wenn auch ziemlich ambitioniert, für jede der 88 Tasten
eine eigene Einstellung vorzunehmen zu müssen, es gibt hier keine Unterstützung durch z.B. einen graph. Editor.


o Song Recorder

- Aufnahmen auf MIDI Ebene sind den Erwartungen entsprechend. Bei der Konvertierung nach WAV/MP3 fehlt jedoch eine
Pegelanzeige und man befindet sich im steten Blindflug, nicht immer passen die voreingestellten +9dB

- der song recorder ist bei Wiedergabe von standard midi files nicht multitimbral (vom drum channel abgesehen),
zumindest eine Abbildung von 3 midi channel - passend zu den panel sections - hätte ich erwartet

- während einer Aufnahme läßt sich der gewählte Rythm / Metronom nicht mehr ändern

- bei Aufnahmen mit Metronom ist dieses nur bei normalem click sound nicht in der Aufnahme enthalten.
Nimmt man hingegen mit Rythm auf, dann ist diese Schlagzeugspur fix mit der Aufnahme verwoben
und läßt sich bei Wiedergabe auch nicht mehr entfernen.


o Speicherkonzept Power On Settings

- intuitiv erwarte ich mir daß ich den identischen sound den ich als power on sound speichere, nach einem power on
genauso auch wieder höre. Aber nein, es werden nur Verweise auf die Panelknöpfe gespeichert, mittlerweile könnte dort
ein ganz anderer sound abgespeichert worden sein.

- da dem MP11SE keine Uhr spendiert wurde, tragen alle auf USB gespeicherten Dateien das Datum 01.12.2003, ....


o Manual

- Die Bedienungsanleitung ist sehr knapp gehalten und wird der Komplexität des Gerätes m.M. nach nicht gerecht.
Anstatt die Bedienung der Menüs (Anwahl, rauf, runter, Bestätigen, etc.) ein einziges Mal am Anfang des Manuals
zu erklären (so schwer ist das nicht zu verstehen ;-) ), finden sich diese Passagen über das ganze Heftchen verteilt
bei jedem Parameter erneut in gleicher Weise immer wieder vor.
(aber dann wäre das Manual noch dünner geworden)


Ein letzter Punkt ist schwer zu beschreiben und ich konnte das Verhalten bisher auch nicht gezielt reproduzieren,
es tritt aber dennoch immer wieder mal auf:
Auf unerklärbare Weise wird ein und derselbe Klang plötzlich nicht mehr so voll, breit und brilliant wiedergegeben,
sondern kommt nur noch rel. leise und dünn und wenig dynamisch. Ein Umschalten/Zurückschalten des sounds/setup hilft manchmal.
Manchmal vermutet man einen Zusammenhang mit dem sound recorder und dessen Einstellungen, die dann irgendwie "hängen bleiben".
(theoretisch möglich wenn statt normal mode der panel mode gewählt wurde)

Danke schon mal im Voraus für einige Tipps, v.A. zu den Einstellungen der Klangparameter

viele Grüße,
- Andi
 
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Nachrichten in diesem Thema
MP11SE - erste Erfahrungen - Andi_K - 02.12.2017, 21:05
RE: MP11SE - erste Erfahrungen - Andi_K - 04.12.2017, 17:52

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