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Kawai GL30 - ATX2 Concert Grand Sound
#1
Hallo liebe Foristen,

ich habe vor wenigen Wochen einen neuen GL30-ATX Flügel bekommen.
Auch wenn ich insgesamt damit sehr glücklich bin, bin ich mit der Soundqualität des Concert Grand Sounds im ATX System nicht wirklich zufrieden und bekomme einfach keine vernünftige Einstellung hin.
Im Bereich E3-F4, ist der Klang auf Grund einer hohen Resonanz doch extrem künstlich, insbesondere, wenn dazu noch Begleitung gespielt wird. Ich habe inzwischen mehrere Kopfhörer ausprobiert, da mein erster Verdacht darauf fiel, darunter einen Beyerdynamic Custom Studio, einen Fostex T50rp sowie einen Audio Technica ATH-M50x.
Ich habe das Ganze auch am Line-Out mit einem Steinberg UR44 getestet und dabei einen Spektrum Analyzer mitschneiden lassen. Tatsächlich sind bei mittlerem Anschlag in E4 eindeutig 4 hohe Ausschläge oberhalb der 2kHz zu sehen, was wohl der Simulation einer entsprechenden Resonanz im realen Flügel entsprechen soll.
Bei den anderen Tönen fallen die Ausschläge (natürlich im passenden Frequenzbereich) etwas niedriger aus, je tiefer und höher, desto schwächer. Es scheint quasi so, also würde die Simulation also im Bereich um E4 einfach überreagieren. Ein Herabsetzen der einzelnen Tasten hat leider nicht geholfen, weil ja die Lautstärke insgesamt dabei verändert wird und nicht nur die Resonanz.
Bei meinem Stage-Piano (einem Roland-RD800) gibt es im Piano Designer eine Möglichkeit, die Resonanz gezielt für einzelne Töne herabzusetzen. Eine derartige Funktion konnte ich beim ATX System nicht entdecken. Im Wartungsmodus (ja ich kenne den Trick, wie man reinkommt) gibt es leider nur die Möglichkeit, den Anschlag etwas zu reduzieren, ist aber genau so als würde man im regulären Menu die Einzeltonlautstärke verstellen.
Leider empfinde ich das Verhalten beim üben komplexer Passagen (z.B. Liszt Liebestraum Nr. 3) ziemlich unangenehm und zwar soweit, dass ich aus ziemlich aus dem Konzept komme. Vielleicht habt Ihr noch einen Tipp für mich, wie ich das sonst angehen könnte (außer natürlich einfach akustisch zu üben Rolleyes ).


Da hier im Forum auch immer wieder mal die Frage nach passenden Kopfhörern fällt, hier noch meine Erfahrungen mit den getesteten Kopfhörern:
Der Fostex ist viel zu leise und fiel daher sofort durch. Der Beyerdynamic verstärkt den künstlichen Sound m.E., was schade ist, weil er den ausgewogensten Sound bringt. Insgesamt gefällt mir der Audio Technica (ausgestattet mit geekria Ohrpolster) bisher am Besten. Der weicht die Resonanzen im oben angegebenen Bereich etwas auf Leider sitzt der Flügel damit im Gegensatz zum Beyerdynamic aber direkt im Gehörgang, was auf Dauer etwas ermüdend ist.
Zwei weitere Kopfhörer (Beats und Sony Sony WH-1000XM3), die ich ausprobiert habe, sind für den Einsatz vollkommen ungeeignet. Der Sound ist damit ziemlich matschig, offensichtlich harmoniert diese Art Kopfhörer nicht mit Instrumenten (auch nicht dem Stage Piano).

Einen schönen Gruß aus dem Frankenland
Arno
 
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#2
Hallo,

scheinbar hat niemand außer mir dieses Problem... dennoch, es gibt inzwischen ein paar Fortschritte an der Kopfhörerfront und die möchte ich mit Euch teilen:
Nach dem vielversprechenden Test des halboffenen Fostex Kopfhörers, habe ich ein wenig weiter recherchiert und mir einen Beyerdynamic DT 990 PRO Kopfhörer bestellt und getestet. Die offene Bauart des DT 990 PRO lässt mehr Geräusche von außen eindringen, versetzt den Flügel aber gleichzeitig gefühlt (oder gehört Wink  ) etwa einen halben Meter vom Kopf weg. Das ist wesentlich angenehmer als es bei den geschlossenen Kopfhörern der Fall ist.
Der Flügelklang kommt astrein rüber und weist im Direktvergleich (gleichzeitiges digitales und akustisches Spielen) kaum noch Unterschiede im Klang auf, außer natürlich dem Unterschied der digitalen und der akustischen Klangerzeugung selbst.
Interessanterweise, wirken sich mit diesem Kopfhörer die Einstellungsmöglichkeiten des Anytime Systems wesentlich stärker auf den Klang aus. D.h. durch herabsetzen der Saitenresonanz auf Stufe 3, konnte ich die unangenehme Akustik ein ganzes Stück weit in den Griff bekommen.
Nichtsdestotrotz ist mir aufgefallen, dass bei längerem Spielen (ab ca. 30min), sich der Eindruck subjektiv wieder verstärkt und wieder unangenehme akustische Resonanzen auftreten, wieder insbesondere bei Stücken mit komplexerer Begleitung oder bei extensiverem Akkordspiel. Ich versuche weiterhin herauszufinden, ob es sich einfach nur um Ermüdungserscheinungen bei meinem Gehör handelt, oder ob es nicht doch eine technische Ursache für das Problem gibt.
 
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