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MP10 Sounds und Setups
#1
Hallo,

hier sollten nur Sounds und Setups für das MP10 erscheinen.
Danke.
Michael Kunz
Senior Product Manager

Kawai Europa GmbH
MAIL: kunz@kawai.de
TEL: 02151-373100
 
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#2
Hallo an alle Soundtüftler!

Ich würde mir gerne auf meinem MP-10 einen Sound programmieren, der so klingt wie der des CP-80, das z.B. Phil Collins bei dem Lied "Groovy kind of love" spielt. Finde, daß dieser Sound Kultstatus hat. Vielleicht gibt´s ja auch die Möglichkeit, ein extra Soundupdate dafür anzubieten.
Freue mich auf Feedbacks!
Viele Grüße
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
(Hesekiel 36,26 - Jahreslosung 2017)
 
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#3
Hallo
Kein einfaches Thema…
Deswegen findet man hier zu diesem Thema überhaupt nichts…
Aber vielleicht kann ich dir ansatzweise etwas Helfen… Nun…

Klang ist bekannt eine Geschmacksache.
Den Einen gefällt‘s den Andern wieder nicht…
Den Klang sollte man eh Experimentell „erforschen“…
Denn statt besser machen kann man den Klang verschlimmern…
Ist aber nicht so schlimm denn, man kann immer noch alles zurücksetzen.
Ich habe den MP10 nicht vor mir… Aber das macht nichts…
Denn es gibt einige Grundprinzipien, die in der Akustik ständig gelten sollten.

Natürlich spielen hier noch mehrere Faktoren die gesamt Rolle.
1. Raum (Größe)

2. die Raumumgebung:
Die Negative Raumumgebung: Lehre Wände, Betonboden, Betonwände, viel Glass etc.
Die Positive Raumumgebung: Viele Regale, Teppichboden, keine Betonwände, viele Accessoires, Vorhänge und oder
eine Kautsch, Rigips Wände- Decken mit Dämmung, etc.

3. Monitore oder Abhörboxen (Qualitativ gut oder ehr billig?)
Bei einer schlechter Abhöre ist der Ton kaum noch zu optimieren…
Monitor ist das Primäre und das wichtigste Features nach dem MP10 um den Klang zu verbessern.
Es gibt noch andere Parameter die aber in Home Bereich kaum noch eine Rolle spielen,
sondern vielleicht nur für die Professionellen gedacht ist.

4. Spiel Technik selbst… Man glaubt kaum dass, mit Spieltechnik kann man den Ton gestallten…
Ist aber wahr… Vor allem der Einsatz von Pedalen…
Nun ich geh aber davon aus dass, du weist was zu tun ist…

5. Spiele man in der Band, oder als Alleinunterhalter oder nur zu Hause…
Da werden 3 unterschiedliche Einstellungen notwendig sein. Das Instrument muss Tonal sich anders verhalten in der Band wie bei einem Alleinunterhalter.

Also man sieht dass, die Variabel Spektrum ist fast unerschöpflich.

Das Heißt in Endeffekt…
Jeder Raum und jeder Monitor braucht defacto andere Einstellungen.
Deswegen ist wichtig sich selbst mit den Parametern auseinander zu setzen,
denn, nur so kann man alles optimieren. Eine allgemeingültige Rezept gibt es nicht.
Was nur sein sollte ist in der Kopf der Idealer Soundvorstellung, den man in diesem Raum über diese Boxen anstreben möchte.
Der Rest ist ne Improvisation. Die im besten Fall immer zu gleichen oder ähnlichen Ergebnissen führt.
Spätestens jetzt erkennt man dass, die Erfahrung eine große Rolle spielen.

Der MP10 hat zwar in Virtual Technician schon einige „Voicing Typen“…
Um zu lernen was und wie sich auf den Ton etwas auswirkt ist es gut, die Einstellungsparameter sich im Vergleich anzusehen und durchzustudieren .
Nun aber für diese Experiment…
Ich würde für die Ton Erforschung, vorgegebene „Voicing Features“ gezielt umgehen…

Und wir gehen von folgenden Standardeinstellungen aus:

1. Anschlagkurve sollte zuvor angepasst werden,
weil spätere Anschlagkurve Änderung wirkt sich auf den Ton aus.
Anschlagkurve: Normal oder Light wäre ein guter Anfang…

2. Dynamik = 10

3. Beide Boxen in NULL dB. Wenn MP10 über Stereoanlage läuft dann Bass und Höhen in NULL Position

4. Voicing Typen - Normal einstellung…

Nun… Erstens:
Man sollte eine bestimmte Vorstellung von Klang schon haben.
Was ist für dich persönlich ein schöner Klang?
Das ist das A & O für den Persönlichen Erfolg.
Aus nen Kawai Samples kann man kein Steinway machen…
Das möchten wir auch nicht machen...Das sollte schon vorhin Bewusst sein.

Aber eine Vorstellung von Bass, Mitten und Diskant sollte schon in Kopf vorhanden sein.
Soll es klar, hell oder Tief Resonanztragend sein, oder beides. Das ist die erste Frage…

Das kann man mit EQ Einstellung einigermaßen hinbiegen…
Das Gute ist dass, der Kawai MP10 einen Parametrischen EQ hat.
Das Heißt wir haben für einen Frequenzgang 3 Parameter:
1. Die Frequenz selbst… In welchen Bereich soll etwas verändert werden
2. Die Flankengüte Q… Die Bandbreite der Veränderung...
3. Verstärkung in dB... Verstärkung oder die Abschwächung des Signals

Hier kann man steuern wie weit in der Frequenzbreite - eine
Erhöhung oder Dämpfung (in dB) - sich der Filter auswirken soll.

Wie Funktioniert die Filtergüte oder die Bandbreite „Q“ ?
Eine niedrige Zahl ZB 1 verursacht eine größere Frequenzbreite mit flachen Kurvenflanken. In diesem Fall findet eine Dezente Veränderung statt.
Eine große Zahl ZB 4 verursacht sehr schmale Frequenzbreitemit Steilen Kurvenflanken. In diesem Fall wurde eine sehr kleiner Frequenzbereich Glockenförmig sich sehr deutlich von dem Hintergrund abheben...
Für Klavierspielen eh unerwünscht, außer für Mischung und Masterring zwecke besser geeignet. Für nur bestimmte Sequenzen um einen Bestimmten Effekt zu erreichen...


Nun zum Einstellungen für den Bass:
Wenn man möchte etwas mehr Resonanz in Bass haben dann, kann man um die 180-200 Hz erhöhen…
Nicht zu viel, meistens 1-1,5 dB reicht vollkommen aus um mehr Body zu bekommen…
Nicht zu viel weil die 200Hz kann sehr schnell lästig und brummig werden, vor allem je günstige Boxen sind…
Möchte man den Bass etwas klarer haben tut man genau das Umgekehrte.
Die um die 200Hz zurück zu drehen um 1 bis 2db…
Zusätzlich wenn man möchte kann man die tiefen "L" Parameter um 1 bis 2db erhöhen mit Q=1.
Die Wirkung: der äußere Bassbereich wirkt räumlicher, satter.
Das ganze Experimentell angehen. Und die beste Ergebnise speichern… Und die Setups miteinander vergleichen...

Man konzentriere sich immer auf eine Sache, bis sie in Ohren gut stimmt.
Erst dann zu nächster Frequenz übergehen.
Filtergüte „Q“ = 1 hat sich bei mir gut bewährt.

Einstellung in den Mitten:
Sind die Mitten zu flauer oder zu unbestimmt oder zu schwammig.
Dann hilft oft schon eine leichte EQ Erhöhung bei 800Hz oder je nach dem bei ca. 1.2Khz.
1 bis 2db
Hier die Filtergüte Q sollte wieder mit einer kleiner Zahl bedient werden ZB. 1 damit sie sich in der Frequenzbreite schön und gleich ohne spürbare Übergänge integriert.
Die Wirkung: der Mittelbereich ist jetzt besser durchsetzbar, etwas mehr abgehoben... Klarer...

Einstellung für Diskant:
Sind die höhen zu lästig oder fehlt die Klarheit? Hier spricht man von Brilliance
Zusätzlich kann man die Höhen "H" Parameter um 1 bis 2db erhöhen mit Q=1
Die Wirkung: Dann kommt etwas mehr Biss im Diskant…Rechte Seite wirkt mehr Glockenartig.. Und kommt klar rüber...

Hat man alles nacheinander einzeln eingestellt und doch noch etwas ist nicht so wie man sich das vorgestellt hat. Kann man jetzt die EQ-Summe der Parameter etwas dezent verändern bis es alles in deinem Gusto stimmt…

Als nächstes könnten die Klavier Typische Elemente zugeschaltet werden.
Wie Damper Resonace, Damper Noice, etc. . String Resonance (sehr dezent einstellen, vor allem wenn man mit Pedal spielt. Oder die String Resonance erst als letztes einstellen)
Brilliance (sie verändert nicht nur Diskant sondern wirkt auf ganzes Frequenzspektrum. Zu mindestens in MP11...
Aus diesem Grund sehr sparsam damit umgehen werte O , 1 bis 2 sind Ok )

Dann als nächstes kann man den Psychoakustische Funktion ausnutzen um den Ton etwas zu verfeinern…
Man spricht: dem Ton ein Raum zu verleihen….
Das erreicht man mit dem Hall Parametern

Die Parameter Erklärung:
Type - Auswahl eines Raumes: groß, klein, wirkung: warm, kalt etc.

PreDelay - Wie lange dauert bis der Halleffekt eintritt: also die Verzögerung ab wann der Schal an die Wände trifft. Hier kann man experimentieren ich habe bei mir Standard 1,6ms eingestellt aber auch 20ms ist nicht unüblich...

Time - Gibt an die Effektive Raum Größe. Je höher der Time umso größer der Raum
Man könnte von ca. 1700 bis ca. 3200ms Experimentell ausgehen

Deep - Wie tief (stark) die Hall Einstellungen sich auf den Klavierton auswirken lassen. Je nach dem Stück kann man bis ca. 40-50 gehen. Aber es gibt auch Stücke wo man die Raumresonanz besser auf 10-20 zurück drehen sollte.
Sonst verschwimmt manchmal alles im Hall. Vor allem bei Begleitung spielen,
oder schnellen Songs. Bei Balladen kann man ruhig den Virtuellenraum wirken lassen...
Deswegen sollte die Raumresonanz-Deep auf ein der Drehknopfe abgespeichert werden, für einen direkten Zugriff.

Noch ein Tipp dazu:
Spielt man gewöhnlich mit Pedal dann sollte der Deep Hall nicht zu hoch sein.
Spielt man ohne Pedal kann man Deep erhöhen...

Erst dann kommen die EFX Effekte, wenn es sein muss.
Und wenn wirklich sein muss erst dann,
nach meiner persönlicher erfahrung auf gleiche EQ Parametern einstellen.
Aber man kommt auch ohne EFX Effekte bestens aus.

Jetzt kann man noch das Stereo Width etwas anpassen um den Stereo Effekt zu bessern. Je größerer die Zahl umso breiter wirkt das Virtuelle Stereoeffekt.
Mit eine Zahl zwischen 70 bis 100 ist man gut bedient.
Zuviel wirkt zu unnatürlich, "übersteuert". Weniger ist in dem Fall besser....
MMn bei 127: Der Klavier wird quasi in der „Stereo Bühne“ schlechter zu lokalisieren...

Zum einem „Guten Ende“ wenn noch zu wenig Resonanz empfunden wird,
ist die „String Resonance“ noch anzupassen. Und oder noch die Brilliance anpassen.. Ich empfehle hier sehr dezente Einstellungen.

Boxen weichen alle zuletzt ausprobieren in + und - dB oder bei NULL stehen lassen. Eben was am besten sich anhört…

Voila… *Lächeln*
Wenn man alles gut gemacht hat, sollte jetzt auch "besser“ Klingen… *Big Grins*

Aber keine Panik wenn es am ersten mall nicht geklappt hat.
Es wäre sehr verdächtig wenn auf Anhieb alles geklappt hat…
Wenn man denkt alles ist bestens eingestellt, wird man nach einiger Zeit etwas besseres belehrt…
Und das ist auch Ok so… Denn in der Wirklichkeit…
Es dauert einige Zeit, bis man sich mit den Parameter erst vertraut macht…
Dann vor allem der Hörgeschmack wird sich mit der Zeit und ständig ändern wollen,
also so zu sagen verbessern.
Scheue auch nicht deine Hand immer wieder an den MP10 anzulegen…
Unter dem Motto: Kaputt kann man eh nicht machen… Und die Übung macht den Meister.

Dies alles gilt auch für den MP 11 und andere Instrumente mit Vitual Technician.

Natürlich meine Angaben kann man beliebig ändern,
Wichtig jedoch ist dass, man aus meiner " Lektüre" weißt wo man Sinnvoll ansetzen kann, und welche Wirkung man damit erreichen kann.

Sinngemäß...
Mein Beitrag sollte keine Fische abliefern, sondern es Fischen zu lernen.
Hat man auf die Dauer mehr davon...

So... Ich habe fertig... Smile

Viel Glück und Spaß beim Tunen…
Miro
 
Antworten
#4
Hallo Miro!

Da hast Du Dich ja ordentlich ins Zeug gelegt. Vielen Dank für alle Deine Infos! Werde das ausprobieren und dann hier berichten, was ich gemacht habe.
Bis dahin viele Grüße aus dem kalten, aber sonnigen Ösiland!
haase
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
(Hesekiel 36,26 - Jahreslosung 2017)
 
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